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an den windstillen vorbei

Autor
Siegfried J. Schmidt
VÖ-Datum
10.03.2010
ISBN
978-3-89528-802-9
Verlag
Aisthesis
Bandnr.
16
an den windstillen vorbei (Siegfried J. Schmidt) Buch

Aus der Kategorie Neue Westfälische Literatur

an den windstillen vorbei

In SJ Schmidts Veröffentlichung »an den windstillen vorbei« stehen sich – Doppelseite für Doppelseite – Text und Bild gegenüber. Es liegt im Auge des Betrachters, ob er diese Komposition als komplementär oder konträr ansieht. Der Autor plädiert für die Autonomie beider Welten. Im Vorwort erklärt er: »hüte dich vor den erklärern und deutern. ein bild ist ein bild und eine rede ist eine rede. wer nur ist auf die idee gekommen, die beiden hätten etwas miteinander zu tun?«

Die Fragestellung kann die zweite, die berufliche Seite des Autors nicht ganz verleugnen. Siegfried Johannes Schmidt (besser bekannt als SJ Schmidt, wie sich der Autor auch selbst nennt) war bis zu seiner Emeritierung 2005 Kommunikations- und Literaturwissenschaftler in Bielefeld, Siegen und Münster. Neben seinen wissenschaftlichen Werken, die vielfach den Rang von Standardwerken erlangten, veröffentlichte er seit 1969 über 20 selbständige literarische Veröffentlichungen vornehmlich im Bereich der Visuellen Poesie (s. auch Nylands »Kleine Westfälische Bibliothek, Bd.: SJ Schmidt-Lesebuch)

«Schmidt wirft Fragen auf. ›kann auch das leiden geschwätzig werden? / schreiben bilder der gewissheit hinterher? / führt betroffenheit zum wiedererkennen?‹ Und bietet Texte als Antworten an, die sich dem schnellen Konsum verweigern, Dechiffrierleistungen erfordern, neugierige Leser brauchen, die Lust haben, auf die Auseinandersetzung mit dieser eher hermetischen Welt. Die sich aber auch selbst wiederum Bildern bedient, denn Schmidt collagiert aus Bildern, Zeichnungen und Textfragmenten neue eigene Welten, die ein anderes, ein genaueres Sehen erfordern und dieses so auch wiederum schulen. Angesichts des allgegenwärtigen Bilder-Dauerfeuers sicherlich eine zusätzliche bildliche Herausforderung – aber eine lohnende. Denn auch der Bilder-Skeptiker Schmidt formuliert am Ende dies: ›was sollen wir also von den bildern halten? wir können anmaßend sein und demütig / wir können sie in unser leben verstricken / oder unser leben an sie ausliefern / wir können bildgläubig sein oder bildungsgläubig / aber wir können sie nicht über sehen / augen bilder augen fallen / jedes bild segelt an den windstillen vorbei.‹« (Neue Westfälische)

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